Gemeinde Taufkirchen
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Zur Geschichte unserer Gemeinde

Der Gemeindeort Taufkirchen, der in früheren Generationen noch die Bezeichnung „vor dem Wald“ angefügt hatte, liegt im südöstlichen Teil des Landkreises Mühldorf a.Inn auf einer Meereshöhe von 486 m. Das Gebiet von Taufkirchen wurde größtenteils schon im 10.Jahrhundert besiedelt, wahrscheinlich sogar schon bei der ersten Landnahme der im 6.Jahrhundert eingewanderten Bajuwaren. Dafür zeugen folgende Urkunden:
1. Vir nobilis Fridaperth übergibt dem Salzburger Erzbischof Odalbert (923-935) von seinem Besitz in loco Pettinheima (=Pettenham) wogegen ihm der Erzbischof Besitz zu Troibach bei Aschau anweist. (Beurkundet zu Weilkirchen im Jahre 924)
2. Erzbischof Konrad III. (1177-1183) nimmt Kloster Gars in seinen Schutz und schenkt ihm das praedium Bettenheim cum Capella in co sita, 1177 ist also Pettenham als Kirchenort festgestellt.
3. Aus dem Codex Odalbert erfahren wir, daß der Archidiakon Hasswin dem Erzbischof zwei Besitzungen übergibt. Dafür überläßt ihm der Erzbischof Engilhereshusa und Puotinperch (Engelhausen und Pietenberg). (Ausgefertigt zu Chiemsee am 09.Juni 925)
4. Erzbischof Odalbert nimmt einen Besitztausch vor mit der sanctimonialis Himildruda; dabei wird Pietenberg vertauscht. (Puotinperch lt. dieser Urkunde ausgestellt zu Erharting am 2.August 931, bereits Kirchenort)
5. Erzbischof Konrad der I.(1132-1147) tauscht vom Kloster Au am Inn u.a. ein Sonderheim (=Sonham) und Betzenheim (=Pettenham). Als Zeuge ist angeführt Reginwardus de Sanderheim um 1132.
6. Ein Chunrad des Sonneheim (=Sonham) am Gallenbach ist um 1199 Zeuge für seinen Bruder Heinrich von Oberneukirchen.
7. Um 1149 übergibt Graf Meginhard in Cholnpuch (=Gallenbach) an den Markgrafen Engilbert von Kraiburg drei Weinberge.

Die Grafen von Taufkirchen-Gallenbach waren, wie heute nachgewiesen ist, seit dem 10.Jahrhundert in Gallenbach ansässig und sind später, ca. 1300 nach Guttenburg gekommen. Sie waren ursprünglich Ministerialen des Grafen von Kraiburg. (Ministeriale = Angehörige einer unfreien Schicht im Mittelalter). Das heutige Wirtsanwesen in Gallenbach war also der Ministerialensitz, das kleine Schlößchen auf der Anhöhe war lediglich ein Zufluchtsort für Tage der Gefahr und nie ständig bewohnt. Bis zum Jahre 1824 war das Schloß Guttenburg im Besitze der Grafen von Taufkirchen. Sie wurden 1640 in den Freiherrenstand und 1684 in den Grafenstand erhoben.
In den Jahren 1634-1635 wütete in unserer Gegend eine fürchterliche Pestseuche. Der damalige Pestfriedhof soll beim Frailbauern gewesen sein. Vermutlich war er südlich vom Hof, wo im Wald einige alte Nagelfluhsteinbrüche sind, in denen die Toten schnell beerdigt waren.
Im Jahre 1837 wurde ein Veteranenverein gegründet, es folgte im April 1884 die Gründung der Feuerwehr Taufkirchen-Zeiling.
Nach dem 2.Weltkrieg mußten viele Vertriebene aufgenommen werden, es waren 1948 in Taufkirchen 258 Personen. In den folgenden Jahren wanderten die meisten in die neu entstandene Industriestadt Waldkraiburg ab.
Am 1.Juli 1970 kam die Gemeinde Zeiling durch freiwillige Gemeindezusammenlegung zur Gemeinde Taufkirchen. Die ehemalige Gemeinde Zeiling war seit 1808 eine selbständige Gemeinde. In der 162-jährigen Geschichte Zeilings stellten die Zauners vom Rainerhof 74 Jahre den Bürgermeister. Nach diesem Zusammenschluß hatte die Einwohnerzahl Taufkirchen etwa 980 erreicht. Durch Ausweisung von neuen Siedlungsgebieten wie Sportplatzstraße (1954), Am Wirtsberg (1966), Am Ederberg (1972), Am Nemerberg (1979), Hötzlstraße (1984), Gallenbachstraße (1993), Am Anger (1995), Ziererwiese (1995) und als letztes in Weiß (2003) stieg die Einwohnerzahl auf circa 1350.
Als Pfarrort wird Taufkirchen 1068 erstmals urkundlich erwähnt. Adlwinus wird als erster Pfarrherr von Taufkirchen genannt. Der Pfarrhof war die Einöde Lafering. Zur Pfarrei gehörten die Filialen Pietenberg, Pettenham, Sonham und die Expositur Kraiburg. Im Jahre 1876 wurde Kraiburg vom Ordinariat zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Durch Pfarrer Matthias Seeanner kam im Jahre 1894 der Pfarrhof ins Dorf. Möglich war dies durch den Tausch der Grundstücke und Höfe von Lafering mit dem Schneiderbauer von Taufkirchen. Nach über 900-jähriger Selbständigkeit wurde die Pfarrei im Jahre 1972 in den Pfarrverband Kraiburg eingegliedert.






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