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Pressemitteilung
Impfaufruf des Gesundheitsamtes anlässlich der Masernausbrüche in Oberbayern
Im 1. Halbjahr dieses Jahres sind in Bayern über 200 Masernfälle aufgetreten. Das sind zehnmal soviel wie üblicherweise in einem solchen Zeitraum.
Glücklicherweise wurde der Landkreis Mühldorf bisher von der Welle der Masernerkrankungen verschont. Bislang gab es nur Verdachtsmeldungen, die sich nicht bestätigt haben. Grund für die Ausbrüche an Masernerkrankungen in oberbayerischen Landkreisen sind Impflücken bei Kindern oder völlig fehlender Impfschutz.
Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit!
- Infolge einer Masernerkrankung kommt es durch vorübergehende Immunschwäche häufig zu Folgeerkrankungen wie Mittelohrentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung und Durchfall.
- Mögliche Komplikationen einer Masernerkrankung sind Gehirnentzündung mit bleibenden Schäden (1 auf 1000 Kranke) und sogar Todesfälle (1 von 10.000 Kranken).
- Das Risiko für Komplikationen nimmt mit steigendem Lebensalter zu.
Das Gesundheitsamt appelliert an alle Eltern, ihre Kinder, soweit noch nicht geschehen, baldmöglichst gegen Masern impfen zu lassen. Ein sicherer Impfschutz besteht durch eine zweimalige Impfung (Mindestabstand 4 Wochen).
Bei dieser Gelegenheit kann der Impfschutz auch gegen andere Erkrankungen beim Haus- oder Kinderarzt überprüft werden.
Zu beachten sind bei Masernerkrankungen außerdem gewisse Einschränkungen. So ist der Besuch von Kindergarten und Schule untersagt. Dasselbe gilt für Personen aus der Wohngemeinschaft eines Masernerkrankten. Sie dürfen 14 Tage nach dem Kontakt mit einem Masernkranken keine Gemeinschaftseinrichtung besuchen. Zu bedenken ist außerdem, dass Masern schon 5 Tage vor und bis zu 4 Tage nach Beginn des Hautausschlages ansteckend sind.
Bei Auftreten von Masernerkrankungen dürfen vollständig geimpfte Kinder ohne Einschränkung Schule oder Kindergarten besuchen. Masern können sich nur dort ausbreiten, wo Personen keinen ausreichenden Impfschutz haben.
Impfungen gehören zu den wirksamsten und wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen der Medizin. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich.
Nebenbei bemerkt werden von Impfgegnern manchmal Argumente in die Welt gesetzt, die in keiner Weise zutreffen. Impfungen sind keinesfalls Auslöser von Allergien. So gab es beispielsweise in der ehemaligen DDR, in der eine Impfpflicht bestand, wesentlich weniger Allergien als im Westen.
Bei Impfungen kann der Körper sich mit abgeschwächten oder abgetöteten Erregern auseinandersetzen. So wird es möglich, Antikörper zu bilden und die geimpfte Person ist gegen die Krankheit geschützt.
Zu berücksichtigen ist immer, dass Impfstoffe gegen Krankheiten entwickelt wurden, die einen gefährlichen Verlauf nehmen oder bleibende Schäden hinterlassen können. Die Behauptung mancher Impfgegner, dass die Impfung gefährlicher wäre als die Krankheit stellt die Tatsachen geradezu auf den Kopf.
Wer sich und seine Kinder verantwortungsbewusst gegen gefährliche Krankheiten schützen will, nimmt die angebotenen Impfungen wahr. Zu bedenken ist, dass hohe Durchimpfungsraten in der Bevölkerung das Ausbreiten gefährlicher Krankheiten unterbinden . So gelang es beispielsweise durch Impfpflicht die Pocken auszurotten. Das Ziel, z.B. die Kinderlähmung auszurotten, ist immer noch nicht erreicht. Trotzdem ist sie so selten geworden, dass vielen die Gefährlichkeit mancher Erkrankungen nicht mehr gegenwärtig ist.
Hier können Sie die Pressemitteilung herunterladen
pressemitteilung-masern_07-20051.pdf ( 21.7 KB)