Als Toteis werden Eisblöcke bezeichnet, die sich beim Abschmelzen der Gletscher gelöst haben und liegen geblieben sind. Diese Blöcke werden mit der Zeit von Schotter und Sand überdeckt oder liegen im Moränenschutt begraben. Unter dieser isolierenden Schicht schmelzen die Eisblöcke nur sehr langsam ab. Mit dem Nachsacken des Schotters entsteht eine Mulde: der Toteiskessel. In diesen Mulden können sich bei entsprechenden Untergrund Gewässer bilden, die im Laufe der Zeit zu Mooren verlanden.
Die Toteiskessel treten in Deutschland nur in den ehemals von Gletschereis bedeckten Gebieten auf. Außer im Ausdehnungsbereich des großen skandinavischen Eisschildes in Nord- und Ostdeutschland findet man sie deswegen nur noch im Voralpenland. Toteiskessel sind ein charakteristisches Element dieser eiszeitlich geprägten Landschaften. Die Toteiskessel im Landkreis Mühldorf a. Inn entstanden vor ca.18.000 Jahren während der Würmeiszeit.
In den Kesseln herrscht ein besonderes Mikroklima, das sie zu schützenswerten Rückzugsorten für seltene Tiere und Pflanzen macht.
Toteiskessel sind in geologischen Zeiträumen relativ kurzlebig, weil sie im Laufe der Zeit durch eingeschwemmtes oder eingewehtes Material aufgefüllt werden. In den letzten Jahrhunderten wurden jedoch durch Menschenhand mehr Toteiskessel eingeebnet als in den Jahrtausenden davor allein durch natürliche Einflüsse verschwunden sind.
Der Toteiskessel-Wanderweg versucht, einige dieser Zeugen der Eiszeit erlebbar zu machen. Er beginnt bei der Infotafel am Parkplatz des Hofcafes Grandl. Die Wanderung dauert etwa 2,5 Stunden und führt über unbefestigte Wiesen- und Waldwege durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Nummerierte Findlinge markieren die Toteiskessel.
Nähere Informationen erhalten Sie unter: Toteiskesselweg im Haager Land