In der Lehmgrube der Ziegelei Aubenham wurden seit 1973 immer wieder bedeutende Funde von fossilen Pflanzen gemacht. Art und Häufigkeit der Funde zeigten, dass das Gelände der Lehmgrube nicht nur ein sehr schönes geologisches Profil bietet, sondern auch eine fossile Flora, die heute in Süddeutschland einmalig ist.
Die fossile Flora von Aubenham gehört zu den typischen Vegetationseinheiten der Oberen Süßwassermolasse (OSM), also den Ablagerungen der letzten 20 - 10 Millionen Jahren in Bayern und Baden-Württemberg. Sie gehört allerdings zum jüngsten Typus dieser Floren und hat deshalb nur noch wenige hoch subtropische Formen bei den exotischen Pflanzenarten aufzuweisen. Als Besonderheiten in Bayern können die nur aus Aubenham bekannten Formen Asimina (eine tropische Annonacee) und die Buche, die früher noch nicht vorkam, gelten.
Um diese einmalige Fundstelle zu erhalten und später nach Schließung der Lehmgrube der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, schloss der Landkreis Mühldorf mit der Firma Adam Holzner KG, Ziegelwerk Aubenham, im März 1993 eine Vereinbarung, die die Errichtung eines Freilichtmuseums und eines sog. Tertiärwaldes gestattet.
Entsprechend dem Museumskonzept gliedert sich die Museumsfläche in die Bereiche:
- Aubenham Tertiär mit dem Museum (Ausstellung der Funde), der Fundstelle, an der auch weiterhin noch Grabungen möglich sein sollen sowie einem Aue- u. Hangwald (mit exotischer Ausprägung).
- Bayern Tertiär (Darstellung der bayernweit vorgekommenen Tertiärvegetation).
Die zwei Bereiche sind durch ein differenziertes Wegesystem miteinander verbunden und vor allem auch zu begehen. Ein Teilabschnitt der Anlage wurde bereits 1995 fertiggestellt und ist auch der Öffentlichkeit zugänglich.