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BVD / MD (Bovine Virus Diarrhoe / Mucosal Disease)
Die BVD-MD-Infektion wird durch ein Flavivirus hervorgerufen. In den letzten Jahren gewann sie immer größere Bedeutung, da es sich nicht um die Infektion eines Einzeltieres, sondern um ein Bestandsproblem handelt und somit hohe wirtschaftliche Verluste nach sich zieht.
Infektion
Bei Tieren, die nach der Geburt mit dem BVD-Virus infiziert werden, verläuft die Infektion meist subklinisch und führt bei immunkompetenten Tieren zu einer belastbaren Immunität.
Die Infektion eines Muttertieres, ohne Antikörper gegen das BVD-Virus, während des ersten Drittels der Trächtigkeit führt zum Abort, Resorption der Frucht oder zu sogenannten „Dauerausscheidern“.
Infektionen nach dem ersten Drittel der Trächtigkeit führen meist zu Aborten, Missbildungen, lebensschwachen Kälbern und Kümmerern.
“Dauerausscheider”
Feten, die in den ersten 3 bis 4 Monaten der Trächtigkeit mit einem nichtzytopathogenen BVDV-Biotyp infiziert werden, erkennen das Virus nicht als körperfremd an. Da das Immunsystem zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll ausgebildet ist zeigt es eine lebenslange Immuntoleranz gegenüber dem Virus.
Diese Tiere sind lebenslang Virusträger und Virusausscheider, sie werden deshalb als „Dauerausscheider“, „persistente Virämiker“ oder als „persistent infizierte“(pI) Tiere bezeichnet.
Diese „Dauerausscheider“ kümmern oder wachsen völlig symptomlos auf, aber sie halten den Infektionsdruck im Bestand aufrecht und infizieren immer wieder andere Tiere. Deshalb sind nachgewiesene „Dauerausscheider“ unbedingt aus dem Betrieb zu entfernen.
Symptomatik
Die BVD-Infektion verläuft in der Regel subklinisch. Wenn Krankheits-symptome bei den Kälbern auftreten so meistens die der Virusdiarrhoe, gekennzeichnet durch Durchfall und häufig auch respiratorische Erkrankungen. Selten tritt die schwere Verlaufsform des sogenannten „Hämorrhagischen Syndroms“ auf, die durch massive Blutungen aus verschiedenen Körper-öffnungen gekennzeichnet ist.
Die immer tödlich verlaufende Mucosal Disease tritt dagegen nur bei den „Dauerausscheidern“ auf.
Die Problematik in den betroffenen Beständen beschränkt sich nicht nur auf die Kälber. Häufige Probleme sind außerdem Fertilitätsstörungen, Aborte, missgebildete oder lebensschwache Kälber.
Diagnose
Die Verdachtsdiagnose BVD-MD ergibt sich meistens schon aufgrund der Symptomatik und der allgemeinen Problematik in einem Betrieb. Mittels einer EDTA-Blutprobe kann das BVDV-Antigen in den Leukozyten nachgewiesen werden. Bei Tieren im Alter bis zu 3 Monaten ist aufgrund maternaler Antiköper ein negativer Befund jedoch nicht aussagekräftig.
Zum Nachweis von „Dauerausscheidern“ sind zwei Blutproben im Abstand von mindestens 14 Tagen nötig. Fallen beide Proben positiv aus gilt die Persistenz als nachgewiesen.
Beihilfen durch die Tierseuchenkassen (TSK)
Die Tierseuchenkassen zahlen Beihilfen bei Tierverlusten durch MD. Eine Beihilfe ist auch im Falle eines positiven Blutbefundes an einen pathologisch-anatomischen Nachweis gebunden (Sektion). Deshalb sollte ein verdächtiges Tier immer in die Sektion gegeben werden.
Weitere Informationen zur Beihilfe gibt es bei der Bayerischen Tierseuchenkasse
Links:
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Informationen der Veterinärmedizinischen Universität Wien:
Mucosal Disease (MD)
Bovine Virus Diarrhoe (BVD)