An Peter und Paul (29. Juni) ist es schon seit vielen Jahren Tradition, dass sich die katholische Jugend des Landkreises Mühldorf a. Inn in Kraiburg a. Inn zur Petersfeier trifft. Nach dem Gottesdienst ziehen die Jugendlichen mit Fackeln und Kerzen zur Höhe des Kraiburger Schlossberges, wo ein Petersfeuer entzündet wird.
Dem Volksglauben nach verlieren in der Zeit zwischen Mariä Himmelfahrt (15. Augsut) und Mariä Geburt (08. September), dem sogenannten „Frauendreißiger“, alle Gifte in Tier und Pflanze ihre Schärfe, wobei die Heilkraft der guten Pflanzen dreifach gesteigert wird. An Mariä Himmelfahrt (15. August) sollen die Kräuter am schönsten blühen. An diesem „Wurzweihtag“ werden sie in Egglkofen in das Gotteshaus gebracht. Früher mussten 77 Kräuter gesammelt werden, heute finden wir kaum mehr als 20 verschiedene Kräuter in den geweihten Broschen.
Der Brauch, am Leonharditag (06. November) zu einer Leonhardikirche oder –kapelle zu ziehen und dort den besonderen Segen des Heiligen zu erbitten, ist im Inn-Isen-Gebiet besonders häufig gewesen. Aufgrund der Technisierung und Rationalisierung der Landwirtschaft, die immer mehr auf Pferde verzichten konnte, verschwanden als Folge dieser Entwicklung die Leonhardiumritte mehr und mehr. Früher gab es Umritte in Grünbach, Salmanskirchen, Zangberg, Fisslkling, Piesenkofen und Thambach. Da die Bevölkerung immer noch ihren Willen zum Festhalten am alten und überlieferten Brauchtum bekundete, werden im Landkreis wieder Umritte abgehalten, wie beispielsweise in Thambach.
Der 11. November ist dem hl. Martin geweiht. Als Ritter auf einem Schimmel hat ihn der Volksglaube vielfach mit der Gestalt des Schimmelreiters verwoben. St. Martin wurde zum Hirtenpatron und Wetterherrn. Jedes Jahr zahlreicher werden die von Kindergärten und Schulen durchgeführten Martinsumzüge.
„Kathrein (25. November) schließt Baß und Geign ein“. Dieses volkstümliche Gebot beendet am Kathreinstag alle dörflichen Tanzveranstaltungen und leitet die sogenannte „geschlossene Zeit“ ein.