Die A 94 soll nach den bisherigen Planungen auf der „Trasse Dorfen“ realisiert werden. Im Bundesverkehrswegeplan 2003 und im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen ist die „Trasse Haag“ als mögliche Alternative vorgesehen.

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Beide Trassen, sowohl die von Forstinning bis Heldenstein bereits planfestgestellte „Trasse Dorfen" als auch die gleichzeitig untersuchte „Trasse Haag", haben jeweils Vor- und Nachteile.
Für einen schnellstmöglichen Neubau der A 94 stellt jedoch die „Trasse Dorfen“ die einzig sinnvolle Lösung dar - auch unter Berücksichtigung der Belange von Naturschutz und Landschaftspflege.
Abgesehen davon, dass auch bei einer A 94-Trasse über Haag unter weitestmöglicher Einbeziehung der B 12 erhebliche Eingriffe in ortsnahe Bereiche sowie in Natur und Landschaft unvermeidbar sind und daher auch dort mit massiven Widerständen zu rechnen wäre, brächte diese "Alternative" einen erheblichen Zeitverlust. Eine solche Verzögerung wäre für den südostbayerischen Raum von größtem Nachteil.
Zunächst - das belegen die Erfahrungen mit der A 96 München - Landsberg - würden die notwendigen Umplanungen ca. 5 - 7 Jahre dauern, um den gleichen planungstechnischen und -rechtlichen Stand wie er derzeit bei der „Trasse Dorfen“ gegeben ist, zu erreichen.
Ferner ist bei einem - wenn auch nur teilweisen - Ausbau der Bundesstraße 12 zur Autobahn "unter Verkehr" von einer wesentlich längeren Bauzeit auszugehen. Hier liegt ein weiterer entscheidender Vorteil der „Trasse Dorfen“, deren Bau ohne Beeinträchtigung des Verkehrs auf der überlasteten und heute bereits äußerst stau- und unfallträchtigen B 12 erfolgen kann. Außerdem bleibt bei Verwirklichung der „Trasse Dorfen“ die B 12 als leistungsfähige Verkehrsachse erhalten.
Ein Bau auf der "Trasse Haag" ist schon allein aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zu verantworten, da jahrelang mit erheblichen Behinderungen, Staus und noch mehr Unfällen auf der B 12 gerechnet werden müsste.
Durch die "Trasse Haag" wären auch wesentlich mehr Siedlungsbereiche unmittelbar betroffen und die Trennwirkung von Ortsteilen erheblich verstärkt.
Darüber hinaus müssten in weiten Bereichen parallele Ersatzstraßen gebaut werden; insbesondere für den nicht autobahnfähigen Verkehr (z.B. Landwirtschaft), die kleinräumigen Ortsverbindungen und die Verkehrserschließung zahlreicher trassennaher Grundstücke.
Ferner hätte die "Trasse Haag" eine wesentlich stärkere Inanspruchnahme von Waldflächen, insbesondere im Großhaager Forst zur Folge; ebenso erhebliche Eingriffe in das ökologisch sehr wertvolle Kagenbachtal bei Reichertsheim.
Die Bayerische Staatsregierung hat sich nach einer Gesamtabwägung aller Belange mit Ministerratsbeschluss vom 24.03.1992 eindeutig für die "Trasse Dorfen" ausgesprochen; u.a. wegen der besseren Erschließung des strukturschwachen Raumes um Dorfen.
Aus diesen Gründen haben auch der Kreisausschuss und der Kreistag des Landkreises Mühldorf a. Inn jeweils klar und eindeutig für die Trasse "Dorfen" gestimmt.