Das Verkehrsaufkommen auf der bestehenden Bundesstraße 12 hat in den letzten Jahren enorm zugenommen und in weiten Abschnitten die Leistungsgrenze einer Bundesstraße überschritten.
Mit einem durchschnittlichen täglichen Verkehr (DTV) von über 20.000 Fahrzeugen zählt die B 12 zu den am stärksten belasteten Straßenverbindungen Bayerns. Im Vergleich hierzu lag der Durchschnitt des täglichen Verkehrs der Bundesstraßen in Bayern nach Zählungen im Jahre 2000 bei rund 9.000 Fahrzeugen.
Zusätzlich erhöhen die Pendler zwischen dem südostbayerischen Grenzraum und dem Großraum München jeweils am Anfang und Ende der Woche die Verkehrsbelastung auf der B 12. Die EU-Osterweiterung hat nochmals zu einer deutlichen Zunahme des Verkehrs geführt.
Der hohe Anteil des Schwerlastverkehrs, die Vermischung mit langsam fahrendem landwirtschaftlichen Verkehr und die zahlreichen höhengleichen Straßenkreuzungen mit den notwendigen Verkehrsbeschränkungen führen auf der B 12 täglich zu Kolonnenbildung. Häufige Folge sind gefährliche Überholmanöver bei ungenügenden Überholsichtweiten und entsprechend schwere und zahlreiche Unfälle.
Das Risiko, auf der B 12 im Abschnitt zwischen Forstinning und Ampfing getötet oder zumindest schwer verletzt zu werden, ist nach den ermittelten Unfallraten um bis zu viermal höher als auf allen bayerischen Autobahnen.
Der schnellstmögliche Bau einer durchgehenden Autobahn A 94 ist deshalb dringend erforderlich. Nach Verkehrsprognosen werden für das Jahr 2015 im Bereich zwischen dem heutigen Autobahnende bei Forstinning und Mühldorf zwischen 35.000 und 55.000 Fahrzeuge pro Tag erwartet.
Durch die A 94 würde die bestehende B 12 mit ihren Ortsdurchfahrten und ortsnahen Umgehungen vom Fern- und Regionalverkehr erheblich entlastet. Ferner sind Verlagerungen der Verkehrsströme regional von den Bundesstraßen 388 und 304 sowie überregional von der A 8 München - Salzburg zur A 94 zu erwarten. Die Staatsstraße St 2084 (Isentalstraße) von Heldenstein über Schwindegg nach Dorfen würde ebenfalls deutlich entlastet.
Darüber hinaus sind die Anwohner an der B 12 den Emissionen der Kraftfahrzeuge derzeit ungeschützt ausgesetzt. Die A 94 würde auch hier eine Verbesserung bewirken und die Lärm- und Abgasbelastung in den Ortsdurchfahrten und an den Einzelbebauungen durch die Entlastung der B 12 entscheidend reduzieren. Weiterhin würde die Realisierung der A 94 eine deutliche Verkürzung der Fahrzeit nach München bedeuten und gerade für die Wirtschaft in Südostoberbayern eine Anhebung der Standortqualität bewirken.