Im Landkreis Mühldorf a. Inn lebten Ende 1995 105.793 Einwohner, das entspricht 2,7% der oberbayerischen Bevölkerung. Er liegt damit an 13. Stelle im Regierungsbezirk. Zwei Drittel der Bevölkerung leben in den 8 zentralen Orten.
Mittelzentren: Mühldorf a. Inn, Waldkraiburg
Unterzentren: Ampfing, Haag i. OB, Neumarkt St. Veit
Kleinzentren: Buchbach, Gars a. Inn, Kraiburg a. Inn.
Die Altersstruktur zeigte Ende 1995 einen weit höheren Anteil von unter 18jährigen im Vergleich zum oberbayerischen Mittel (20,9% zu 18,2%) und einen etwas höheren Anteil von über 65-jährigen (15,9% zu 15%). Dafür ist die Gruppe der 18 bis unter 65jährigen mit 63,1% zu 66,8% unterdurchschnittlich vertreten.
Der Ausländeranteil betrug Ende 1995 7% und lag damit knapp unter dem Durchschnitt für die Region von 7,9% und deutlich unter dem Vergleichswert für den Regierungsbezirk (13,9%).
Bevölkerungsentwicklung
Beim Bevölkerungszuwachs seit den Volkszählungen 1970 und 1987 übertraf der Landkreis jeweils den oberbayerischen Durchschnitt. 1970 (26,1% zu 19,7%), 1987 (13,9% zu 10,6%).
Auch im Jahr 1995 war der Gewinn mit 0,7% wieder höher als im Regierungsbezirk (0,5%).
Bevölkerungsdichte
Der Landkreis liegt mit einer Fläche von 805 km² an 10. Stelle unter den 20 Landkreisen im Regierungsbezirk. Mit 131 Einwohnern je km² beträgt die Bevölkerungsdichte nicht viel mehr, als die Hälfte des Durchschnittswerts von 227 im Regierungsbezirk.
Von der Gründung der Bezirksämter im Jahre 1862, die 1938 in Landkreise umbenannt wurden, bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs verlief die Entwicklung ruhig. Die Volkszählung von 1867 ergab eine Einwohnerzahl von knapp über 29.000 Einwohnern. Diese Zahl stieg bis 1939 um 14.590 auf 43.000 Einwohner an. Unmittelbar nach dem Krieg sorgte der Zustrom von Evakuierten und Vertriebenen für einen sprunghaften Anstieg der Bevölkerung auf 63.000 Einwohner bis 1950. Das waren rund 20.000 Einwohner mehr als zu Beginn des Krieges.
In den Jahren zwischen 1950 und 1956 ist dann eine Abnahme der Bevölkerung um 5.000 auf 58.000 Personen zu beobachten. Für diesen Rückgang sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Ein geringer Teil der einheimischen Bevölkerung suchte sich anderswo Arbeit und Brot. Viele Evakuierte kehrten in die inzwischen wieder aufgebauten Städte zurück und viele Heimatvertriebene suchten sich andere Gebiete, um sich eine neue Existenz aufzuhauen.
Lebten 1950 noch 18.200 Vertriebene im Landkreis Mühldorf a. Inn, was einem Bevölkerungsanteil von fast 29 Prozent entsprach, so sank ihr Anteil auf 14.900 oder 25 Prozent der Gesamtbevölkerung.
In den folgenden Jahren nahm die Bevölkerung des Landkreises Mühldorf a. Inn aufgrund von Wanderungsgewinnen stetig zu. Zusammen mit den damals vorhandenen Geburtenüberschüssen führte dies zu einem starken Anstieg der Bevölkerung. Pro Jahr wurden durchschnittlich 1.000 neue Einwohner gezählt. Zum Zeitpunkt der Landkreisgebietsreform lebten im alten Landkreis rund 70.000 Einwohner, der neue Landkreis wies 84.000 Einwohner auf.
Zwischen den Volkszählungen von 1970 und 1987 nahm die Bevölkerung im Landkreis Mühldorf a. Inn um mehr als 10 Prozent zu. Zwischen 1987 und 1995 nahm die Bevölkerung um 13,9% zu.
Die aktuellen Zahlen (gemeindeweise und Landkreis) finden Sie unter folgendem Link:
Einwohnerzahlen