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Lost auf dem Land?! – Erster interdisziplinärer Fachtag zu Flucht und Migration im Landkreis Mühldorf a. Inn

Der vor Kurzem durchgeführte erste interdisziplinäre Fachtag mit dem provokant gewählten Titel "Lost auf dem Land?!" brachte Experten, lokale Behörden…

Der vor Kurzem durchgeführte erste interdisziplinäre Fachtag mit dem provokant gewählten Titel "Lost auf dem Land?!" brachte Experten, lokale Behörden und Organisationen wie auch engagierte und interessierte Studierende des Campus Mühldorf zusammen, um über die Herausforderungen und Chancen der Integration in ländlichen Gebieten zu diskutieren. Mit über 130 Teilnehmern war die Veranstaltung am Campus Mühldorf der TH Rosenheim ein voller Erfolg und bot eine Plattform für den Austausch bewährter Vorgehensweisen und neuer Ideen.

Integration auf dem Land bringt viele spezifische Herausforderungen mit sich. Dazu gehören bspw. der begrenzte Zugang zu Integrationskursen oder weite Wege zu Angeboten für Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte. Trotz dieser Hürden gibt es zahlreiche innovative Lösungsansätze und bestehende Angebote im Landkreis Mühldorf a. Inn, die beim Fachtag präsentiert wurden.

Mit einem Überblick über aktuelle Zahlen und die demografische Verteilung von Geflüchteten im Landkreis Mühldorf a. Inn startete der Fachtag. Im anschließenden Vortrag stellte Prof. Dr. Stefan Schmid (TAFF-Projekt, FOM München) das Projekt "TAFF – Therapeutische Angebote für Flüchtlinge" vor, in dem seit mehreren Jahren die Diakonie in Mühldorf a. Inn traumatisierte Geflüchtete unterstützt.

Dipl.-Psych. Barbara Abdallah Steinkopff (Refugio München) berichtete im zweiten Vortrag "Geflüchtet mit Hoffnung im Gepäck" über die Herausforderungen und die stark ausgeprägte Resilienz, die viele Flüchtlinge zeigen. Abdallah Steinkopff hat mit vielen Beispielen aus ihrer langjährigen Erfahrung gezeigt, wie wichtig gezielte Unterstützung von Hauptamtlichen aber auch von ehrenamtlich Engagierten für einen erfolgreichen Integrationsprozess ist.

Während der Mittagspause nutzten die Teilnehmenden den Markt der Möglichkeiten, um sich über Angebote für Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte im Landkreis zu informieren, sich auszutauschen und zu vernetzen.

Der Nachmittag bot die Gelegenheit, sich in Workshops vertieft mit Praxisthemen auseinanderzusetzen. Themen wie Ehrenamtliche Arbeit stärken durch Grenzen setzen und Netzwerke nutzen (BRK und Integrationsberatung des Landratsamtes), Zusammenarbeit mit Sprach- und Kulturmittlern in Gesprächen mit Geflüchteten (TAFF), Kultursensible Kinderbetreuung in Familien (Haus der Begegnung), Wodurch gelingt oder scheitert Integration? Erfahrungen aus der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten (Amt für Jugend und Familie Mühldorf a. Inn), Same same? Kultursensible Psychotherapie mit jungen Geflüchteten (Campus Mühldorf, TH Rosenheim) wurden in den Workshops intensiv diskutiert.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion zogen die Teilnehmenden ein hoffnungsvolles Fazit: Die Mehrheit war überzeugt, dass Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte im Landkreis Mühldorf a. Inn nicht "lost auf dem Land" sind, sondern viel Engagement Unterstützung erfahren.

Organisiert wurde der Fachtag von einem interdisziplinären Team: BRK, Caritas, Haus der Begegnung, Landratsamt Mühldorf a. Inn (Integrationsberatung, Jugendamt und Lernen vor Ort), TAFF Mühldorf/Diakonie und der TH Rosenheim.

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Bis auf die letzten Plätze gefüllt war der Saal beim ersten interdisziplinären Fachtag zum Thema Flucht und Migration unter dem Titel „Lost auf dem Land?!“
Bis auf die letzten Plätze gefüllt war der Saal beim ersten interdisziplinären Fachtag zum Thema Flucht und Migration unter dem Titel „Lost auf dem Land?!“