Hundehaltung

Tierschutz-Hundeverordnung

 

Am 1. September 2001 trat die Tierschutz-Hundeverordnung vom 1. Mai 2001 in Kraft. Sie löst die bis dahin geltende Verordnung über das Halten von Hunden im Freien vom 6. Juni 1974 ab. Im Rahmen dieser Neufassung ergeben sich für den Hundehalter einige gravierende Änderungen.

 

1. Grundsätzliche Änderungen:

  • Der Geltungsbereich der Verordnung wird auf das Züchten von Hunden erweitert.
  • Es wird ausreichender Umgang mit Betreuungspersonal und Auslauf im Freien außerhalb von Zwinger oder Anbindehaltung vorgeschrieben.
  • Wenn ein Hund ohne Aufsicht in einem Fahrzeug verbleibt, muss die Betreuungsperson für ausreichend Frischluft und angemessene Lufttemperaturen sorgen. Die Gruppenhaltung wird eindeutig favorisiert.
  • Es ist verboten, Hunde bei denen Ohren oder Rute zur Erreichung bestimmter Rassemerkmale amputiert wurden, auszustellen. 
     

2. Anforderungen an das Halten von Hunden:

2.1. Allgemeine Anforderungen an die Pflege:

  • Ein Hund muss außerhalb von der Anbindehaltung oder eines Zwingers ausreichend Auslauf im Freien haben. Ein Hund muss ausreichend Umgang mit einer Betreuungsperson haben.
  • Einzeln gehaltenen Hunden ist mehrmals täglich länger dauernder Umgang mit der Betreuungsperson zu ermöglichen.
  • Welpen dürfen erst mit 8 Wochen von der Mutter getrennt werden.

 

2.2. Anforderungen an das Halten im Freien:

2.2.1. Schutzhütte:

  • Hunden, die im Freien gehalten werden muss eine Schutzhütte zur Verfügung gestellt werden.
  • Die Schutzhütte muss aus wärmedämmendem und nicht gesundheitsschädlichem Material hergestellt sein.
  • Der Hund muss in der Schutzhütte trocken liegen können.
  • Der Hund muss sich in der Schutzhütte verhaltensgerecht bewegen und hinlegen können.
  • Der Hund muss, sofern die Schutzhütte nicht beheizbar ist, den Innenraum mit seiner Körperwärme warm halten können. Sie darf daher auch nicht zu groß sein.

 

2.2.2. Liegeplatz:

Hunden, die im Freien gehalten werden, muss außerhalb der Schutzhütte zusätzlich ein witterungsgeschützter und schattiger Liegeplatz mit wärmegedämmtem Boden zur Verfügung gestellt werden.
 

2.3. Anforderungen an das Halten in Räumen:

  • Hunde dürfen nur in Räumen gehalten werden, in denen der Einfall von natürlichem Tageslicht sichergestellt ist.
  • In nicht beheizbaren Räumen muss dem Hund entweder eine Schutzhütte oder ein trockener vor Zugluft und Kälte schützender, wärmegedämmter Liegeplatz zur Verfügung gestellt werden.

 

2.4. Anforderungen an die Zwingerhaltung

2.4.1. Platzbedarf

Die uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche des Zwingers muss seiner Widerristhöhe entsprechen. Dabei müssen die Seitenlängen mindestens der doppelten Körperlänge des Hundes entsprechen. – Es darf keine Seite kürzer als 2 Meter sein.
 

 Tab.1: Mindestbodenfläche

Widerristhöhe (cm) Mindestbodenfläche (m²)
bis 50  6
50 – 65  8
 über 65  10

              






Für jeden weiteren Hund oder eine Hündin mit Welpen vergrößert sich die Mindestbodenfläche um die Hälfte der in Tabelle 1 genannten Werte.

 

2.4.2. Umzäunung:

  • Die Einfriedung muss so hoch sein, dass der aufgerichtete Hund die obere Begrenzung nicht erreicht und auch nicht darüber hinweg springen kann.
  • Die Einfriedung muss aus nicht gesundheitsschädlichem Material hergestellt sein.
  • Mindestens eine Seite der Einzäunung muss dem Hund freie Sicht nach draußen ermöglichen.

 

2.4.3. Allgemeines:

  • Es dürfen keine stromführenden Vorrichtungen an für den Hund erreichbaren Stellen des Zwingers angebracht werden.
  • Wenn mehrere Hunde auf einem Gelände einzeln in Zwingern gehalten werden müssen sie Sichtkontakt zueinander haben.
  • Im Zwinger dürfen Hunde nicht angebunden werden.

 

2.5. Anforderungen an die Anbindehaltung:

2.5.1. Verbote:

  • Hunde unter 12 Monaten dürfen nicht angebunden werden.
  • Weibliche Hunde im letzten Drittel der Trächtigkeit dürfen nicht angebunden werden.
  • Säugende Hündinnen dürfen nicht angebunden werden.
  • Kranke Hunde dürfen nicht angebunden werden.

 

2.5.1. Anbindevorrichtung:

  • Die Laufvorrichtung muss so gestaltet sein, dass die Leine mindestens 6 Meter frei gleiten kann.
  • Der Hund muss einen seitlichen Bewegungsspielraum von mindestens 5 Metern haben.
  • Die Laufvorrichtung muss außerdem so angebracht sein, dass der Hund ungehindert seine Schutzhütte aufsuchen kann.
  • Die Leine bzw. Kette muss von geringem Eigengewicht sein und gegen ein Aufdrehen gesichert sein.
  • Es dürfen nur breite, nicht einschneidende Brustgeschirre oder Halsbänder verwendet werden, die sich nicht zuziehen.
  • Im Laufbereich dürfen sich keine Gegenstände befinden, die die Bewegungen des Hundes behindern.
  • Der Boden muss im Laufbereich trittsicher, trocken und leicht zu reinigen sein.
  • Die Anbindevorrichtung muss täglich 2 mal überprüft werden. Mängel müssen sofort beseitigt werden.

 

3. Fütterung und Pflege:

Betreuungsperson hat... 

  • den Hund unter Berücksichtigung des der Rasse entsprechendem Bedarfs regelmäßig zu pflegen und für seine Gesundheit Sorge zu tragen.
  • Dem Hund muss in seinem Aufenthaltsbereich jederzeit ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen.
  • Die Betreuungsperson muss den Hund mit ausreichend artgemäßem Futter versorgen.
  • Futter- und Wassernäpfe sollten so befestigt werden, dass der Hund sie nicht umwerfen kann.
  • Der Hund muss der Rasse entsprechend regelmäßig gepflegt werden und es muss für seine Gesundheit Sorge getragen werden.
  • Der Aufenthaltsbereich des Hundes muss sauber und ungezieferfrei gehalten werden. Kot muss täglich entfernt werden.