Schulen und Kitas müssen ab Dienstag, 02. März wieder geschlossen werden

► Da die 7-Tage-Inzidenz deutlich über 100 liegt, müssen laut der geltenden Infektionsschutzmaßnahmenverordnung die Schulen und Kindertageseinrichtungen im Landkreis Mühldorf a. Inn ab morgen Dienstag, 02. März, wieder geschlossen werden. Nähere Infos dazu finden Sie hier

► Testpflicht für Grenzgänger und Grenzpendler aus Risikogebieten aufgehoben. Nähere Informationen dazu hier.

► Nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr tritt ab Sonntag, 28.02.2021 in Kraft. 

► Corona-Hotline für medizinische Fragen (erreichbar von Mo.-Fr.: 8 bis 17 Uhr) - Tel: 08631/699 - 330

Bevölkerungsprognosen nach dem Hildesheimer Bevölkerungsmodell

Fachkräftemangel, drohende Altersarmut, Pflegenotstand – dies sind nur einige Herausforderungen, die mit zunehmender Brisanz diskutiert werden. Denn  auch im Landkreis Mühldorf a. Inn zeichnet sich der demografischen Wandel ab. Für Kommunen ist es wichtig, dass sie sich auf die Auswirkungen des demografischen Wandels vorbereiten können. Dafür sind Vorstellungen über die künftige Entwicklung und Zusammensetzung der Bevölkerung von grundlegender Bedeutung. Im Landkreis Mühldorf a. Inn wurde mit der Einführung des Hildesheimer Bevölkerungsmodells die Möglichkeit geschaffen, für den Landkreis sowie für jede einzelne Kommune langfristige Bevölkerungsprognosen zu berechnen, welche bis zu 25 Jahre in die Zukunft gerichtet werden können. Die Zahlen der Einwohnermeldeämter der kreisangehörigen Kommunen bilden die Grundlage der Bevölkerungsprognosen. Diese werden jährlich aktualisiert. Die somit stets aktuellen Vorausberechnungen können nach einzelnen Altersjahren und nach Geschlecht ausgewertet werden.

Das Bevölkerungsmodell ermöglicht die Berechnung verschiedener Szenarien, indem auf Grundlage von Geburtenzahlen und Wanderungsbewegungen örtliche Besonderheiten und regionale Einflussfaktoren berücksichtigt werden können. Zudem kann hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung der Blick auf verschiedene Altersgruppen – wie Kinder unter 6 Jahren, Grundschüler, Jugendliche, Arbeitnehmer, Senioren – gerichtet werden. Bevölkerungsprognosen

können Entwicklungslinien aufzeigen und somit zur datenbasierten Entscheidungsfindung sowie zur Planungssicherheit, insbesondere bei der nachhaltigen Planung der (Bildungs-)Infrastruktur beim Erschließen von Neubaugebieten, beitragen. Ergänzt wird das Bevölkerungsmodell durch das Kita-Modul, das sich als ein nützliches Instrument bei der Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen erweist und frühzeitig Hinweise zur Entwicklung der Auslastung von Einrichtungen liefern kann.

Das Hildesheimer Bevölkerungsmodell ist im Landratsamt verortet. Zur Festschreibung der Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Mühldorf a. Inn und den kreisangehörigen Städten, Märkten  und Gemeinden hinsichtlich der Nutzung des Bevölkerungsmodells wurde mit allen 31 Bürgermeister*innen ein Kooperationsvertrag unterzeichnet. Auf Grundlage der gelieferten Daten aus dem Einwohnermeldewesen stellt das Landratsamt den einzelnen Gemeinden die mit dem Bevölkerungsmodell berechneten Daten zur Verfügung.


 

Ein Blick in die Zukunft – Die Bevölkerung des Landkreises Mühldorf a. Inn im Jahr 2044


Ausgehend vom Basisjahr 2019 und den Datenabfragen bei den Einwohnermeldeämtern der kreisangehörigen Kommunen zum 31.12.2019 stehen dem Landkreis Mühldorf a. Inn zum zweiten Mal Prognosen nach dem Hildesheimer Bevölkerungsmodell bis zum Jahr 2044 zur Verfügung. Danach wird die Bevölkerung im Landkreis selbst unter Annahme ausklingender Wanderungen[1] im Zeitraum von 25 Jahren um insgesamt 2 Prozent, unter Annahme konstanter Wanderungen[2] sogar um 18 Prozent ansteigen. Von großem Interesse sind die Verschiebungen zwischen den Anteilen der Hauptaltersgruppen der Bevölkerung. Deshalb lohnt es sich, einen Blick auf die Altersstruktur der Bevölkerung zu werfen, die schon lange nicht mehr einer Pyramidenform entspricht und sich noch weiter verändern wird. Die untenstehende Grafik zeigt die Altersstruktur nach einzelnen Altersjahren und nach Geschlecht für die Jahre 2019 und 2044 unter Annahme ausklingender Wanderungen auf.

 

Es wird deutlich, dass die Entwicklung der unter 6-Jährigen rückläufig ist. Ein deutlicher Rückgang ist ebenso bei den mittleren Altersgruppen (Anfang/Mitte 20-Jährige bis Anfang/Mitte 60-Jährige) festzustellen. In diesem Zusammenhang muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein Teil dieses zahlenmäßig abnehmenden Altersspektrums die Frauen im gebärfähigen Alter umfasst, deren Anzahl gleichermaßen sinkt. Eine klare Zunahme wird 2044 bei der Bevölkerung ab 65 Jahren sichtbar. Allein die Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen wird 2044 im Vergleich zum Basisjahr 2019 – unter Annahme ausklingender Wanderungen – um 69 Prozent ansteigen. Die Spitze des Altersaufbaus wird sich zunehmend vergrößern, da die Anzahl der Menschen im hohen Alter ansteigt. Zudem fällt an der Spitze auf, dass es im hohen Alter deutlich mehr Frauen gibt und geben wird als Männer. Während 2019 im Landkreis Mühldorf a. Inn 961 Bürger*innen im Alter von 90 bis 100 Jahren (w: 71,4 %; m: 28,6 %) und 7 Hundertjährige lebten, wird es im Jahr 2044 laut Berechnungen nach dem Hildesheimer Bevölkerungsmodell 1.896 Bürger*innen im Alter von 90 bis 100 Jahren (w: 65,1 %; m: 34,9 %) und 82 Hundertjährige geben.

 

Für weiterführende Fragen nehmen Sie gerne Kontakt auf:

 

Team Bildungsmonitoring & Datenmanagement
 

Carmen Legni                                                   Pädagogin (M.A.)
Lernen vor Ort                                               Landratsamt Mühldorf a. Inn
Telefon: 08631 699-890                       
E-Mail: carmen.legni@lra-mue.de               

Christiane Deinlein
Dipl.-Geogr.   
Lernen vor Ort
Landratsamt Mühldorf a. Inn
Telefon: 08631 699-549
E-Mail: christiane.deinlein@lra-mue.de