Leichte Sprache
Gebärdensprache
Veranstaltungskalender
Öffnungszeiten
Suche

8. Gesundheitsforum der Gesundheitsregionplus - Vernetzung trägt Früchte

Das 8. Gesundheitsforum zeigte eindrucksvoll, wie engmaschig und engagiert die unterschiedlichen Akteure der GesundheitsregionPlus Mühldorf a. Inn…

Das 8. Gesundheitsforum der Gesundheitsregionplus Mühldorf a. Inn im Großen Sitzungssaal des Landratsamts war einmal mehr hochkarätig besetzt. Neben dem Vorsitzenden Landrat Max Heimerl nahmen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Pflege, Verwaltung und Politik teil. Darunter der Vorstandsvorsitzende des InnKlinikums Thomas Ewald, Medizinvorstand Dr. Wolfgang Richter, der neue Ärztliche Direktor des InnKlinikums Mühldorf, Dr. Andre Tomasino, sowie Prof. Dr. Stefan Schopf für den Ärztlichen Kreisverband. 

Landrat Max Heimerl eröffnete das Forum und betonte in seiner Begrüßung den großen Wert der Gesundheitsregionplus für den Landkreis: „Die Gesundheitsregionplus ist für unseren Landkreis in den letzten Jahren zu einer unverzichtbaren Drehscheibe geworden, wenn es um Kooperation, Austausch und Entwicklung im Gesundheitswesen geht. Ich freue mich sehr, dass diese wichtige Stelle ab 2027 dauerhaft verstetigt und als feste Aufgabe beim Gesundheitsamt verankert wird. Dafür danken wir dem Freistaat Bayern.“

In ihrem Tätigkeitsbericht zeigte Geschäftsstellenleiterin Julia Weiss auf, wie wichtig gut funktionierende Netzwerke für die Gesundheitsversorgung, die Prävention sowie im Bereich Pflege sind. Auf ihren Antrag hin wurden vier neue Mitglieder einstimmig in das Gesundheitsforum aufgenommen – ein Vertreter des neugegründeten Vereins zur Förderung des medizinischen Nachwuchses, ein Vertreter des Weiterbildungsverbunds Allgemeinmedizin, ein Vertreter der Pflegeeinrichtungen sowie ein Vertreter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Mühldorf a. Inn.

Im ersten Themenblock „Gesundheitsversorgung“ wurden neben den Herausforderungen für den Landkreis auch die sehr positiven Entwicklungen des vergangenen Jahres aufgezeigt. Zu Beginn stellt Ramona Böttcher (Semesterpraktikantin in der Gesundheitsregionplus) den aktualisierten Gesundheitsbericht des Landkreises vor, der zentrale Kennzahlen und Entwicklungen zur gesundheitlichen Lage im Landkreis zusammenfasst. Prof. Dr. Stefan Schopf als Vertreter des Ärztlichen Kreisverbands bestätigte einen positiven Trend: Im Oktober 2025 nahm die neue Vorstandschaft ihre Arbeit auf und plant nun bereits erste Veranstaltungen und Aktionen. Dabei arbeitet der Kreisverband eng mit dem Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin, den der Mühldorfer Hausarzt Peter Wapler als einen der besten Verbünde in Bayern bezeichnete, sowie mit dem im Oktober 2025 neu gegründeten Verein zur Förderung des medizinischen Nachwuchses für die Landkreise Altötting und Mühldorf a. Inn zusammen. Lisa Mohr von der Kassenärztlichen Vereinigung und Julia Weiss appellierten schließlich in Richtung der Politik: "Wir tun sehr viel, um den Landkreis für den Medizinernachwuchs interessant zu machen. Unsere Ärztinnen und Ärzte engagieren sich, aber wenn es um Niederlassungen geht, braucht es auch Hilfe von Seiten der Kommunen." Die Suche nach geeigneten Praxisräumen sind im Niederlassungsprozess immer wieder eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. 

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der psychosozialen Versorgung: Dieter Wenzler und Alexandra Bohn von der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft präsentierten den neuen Psychosozialen Wegweiser, der Betroffenen und Angehörigen Orientierung und Unterstützung bietet. Mit Dr. Andre Tomasino stellte sich zudem ein neues Gesicht in der Runde vor – er hat seit Januar das Amt des Ärztlichen Direktors der Innklinikums am Standort Mühldorf inne. 

Der zweite Themenblock widmete sich der Pflege. Stefan Sigmund, Einrichtungsleiter des Bayerischen Hofs Waldkraiburg, zeigte die aktuellen Herausforderungen aus Sicht der Einrichtungen auf.  Roland Maier vom Beruflichen Schulzentrum Mühldorf und die Pflegedirektorin des InnKlinikums Annemarie Denkl berichteten über einen stabilen, positiven Trend bei der Anzahl der Auszubildenden. Mit dem gemeinsamen Pflegepraktikum, dass Stefan Sigmund und Julia Weiss zum Abschluss des Themenfelds vorstellten, haben die Gesundheitsregionplus, das Innklinikum, das Berufliche Schulzentrum sowie fünf Pflegeeinrichtungen des Landkreises eine Möglichkeit geschaffen, innerhalb einer Woche verschiedene Stationen in der Pflege zu durchlaufen. Neben vielen sehr positiven Rückmeldungen zum Praktikum und zwei erfolgreich durchgeführten Praktikumswochen in 2025 musste aber auch mit einer gewissen Ernüchterung festgestellt werden, dass am Ansehen des Pflegeberufs nach wie gearbeitet werden muss.

"Ein Pflegepraktikum oder eine Ausbildung in der Pflege darf nicht der Notnagel sein, wenn es sonst nirgends klappt! Und die Ausbildungsmöglichkeiten in der Pflege sind so vielfältig wie in beinahe keinem anderen Feld. Ob akademisierter Zugang oder Einstieg über eine Helferausbildung, Pflege spricht alle Schularten an!", erklärten Sigmund und Weiss. 

Zum Abschluss ging es um Prävention. Michaela Linner, Leiterin der Wirtschaftsförderung, stellte die Bedeutung von Synergien und enger Zusammenarbeit in der Präventionsarbeit zwischen Wirtschaftsförderung und Gesundheitsregionplus heraus. Vor allem im Bereich der psychischen Gesundheit gibt es viel Potenzial, dass man künftig auch in noch engerer Anbindung an die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) des Landkreises umsetzen will.  Aber auch Picknicktafeln gegen Einsamkeit, Aktionen des Netzwerk Demenz sowie der Hitzeschutz im Landkreis waren und bleiben auf der Agenda der Gesundheitsregionplus Mühldorf a. Inn.


Nach zweieinhalb Stunden wurde das 8. Gesundheitsforum geschlossen, das eindrucksvoll zeigte, wie engmaschig und engagiert die unterschiedlichen Akteure der Gesundheitsregionplus Mühldorf a. Inn zusammenarbeiten, um die Gesundheitsversorgung, Pflege und Prävention im Landkreis auch in Zukunft zu sichern und weiter auszubauen.

Zurück
Landrat Max Heimerl spricht beim 8. Gesundheitsforum des Landkreises Mühldorf a. Inn