Wie lässt sich berufliche Erfahrung mit einem akademischen Abschluss verbinden und daraus ein neuer beruflicher Weg entwickeln? Lorena Zabelt aus Waldkraiburg hat es vorgemacht: Nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin entschied sie sich für ein Bachelorstudium der Angewandten Psychologie am Campus Mühldorf am Inn der Technischen Hochschule Rosenheim (TH Rosenheim). Heute arbeitet sie im Landratsamt Mühldorf a. Inn bei KoKi – Netzwerk frühe Kindheit und unterstützt Familien in der Region.
Von der Ausbildung zum Studium – und mitten hinein in die Praxis
Als gebürtige Waldkraiburgerin konnte Zabelt ihre akademische Weiterqualifizierung in der Heimatregion absolvieren. Im Studium entschied sie sich für den Schwerpunkt Pädagogische Psychologie. Dabei beschäftigte sie sich unter anderem mit der Beobachtung von Eltern-Kind-Interaktionen, Videoanalysen und der fachlich fundierten Beratung belasteter junger Familien.
Besonders wertvoll war für sie die Verbindung von wissenschaftlichen Grundlagen und praktischer Anwendung. "Das Studium der Angewandten Psychologie am Campus Mühldorf am Inn war abwechslungsreich. Besonders spannend fand ich die Verbindung von Theorie und Praxis, durch die sich die Inhalte anhand praktischer Beispiele direkt auf die Arbeit mit Familien übertragen ließen", berichtet Zabelt.
Wie eng Studium und berufliche Praxis dabei ineinandergreifen können, zeigte sich auch bei ihrer Bachelorarbeit. Darin untersuchte sie das Wirkungserleben von Familienkinderkrankenschwestern im Bereich der Frühen Hilfen. "Dadurch konnte ich mein wissenschaftliches Wissen direkt mit einem sehr wichtigen Praxisfeld verbinden und gleichzeitig einen Einstieg in meinen Berufsalltag bei KoKi schaffen", so die Absolventin.
Betreut wurde die Bachelorarbeit von Prof. Dr. Johannes Huber, Studiengangsleiter Angewandte Psychologie an der TH Rosenheim. Er hebt neben dem sehr guten Studienabschluss insbesondere Zabelts wissenschaftliche Herangehensweise hervor: "Die Bachelorarbeit – eine empirische Studie zum Wirkungserleben im Feld der Frühen Hilfen – war exzellent." Zabelt habe sich als sehr wissbegierige Studierende gezeigt, die theoretische Studieninhalte eigeninitiativ und mit großer wissenschaftlicher Gründlichkeit anhand anwendungsbezogener Fragestellungen vertieft habe.
Bereits in ihrem letzten Studiensemester wurde Zabelt als Fachkraft beim Landratsamt Mühldorf a. Inn eingestellt. Der Übergang vom Studium ins Berufsleben gelang damit unmittelbar. Heute kann sie ihre pädagogischen Erfahrungen und die im Psychologiestudium erworbenen Kenntnisse bei KoKi direkt miteinander verbinden.
Qualifizierte Fachkräfte für Familien im Landkreis
Für das Jugendamt des Landkreises ist dieser Werdegang ein Gewinn. Jugendamtsleiter Matthias Ettinger sieht darin ein Beispiel dafür, wie das Studienangebot des Campus Mühldorf am Inn zur regionalen Fachkräfteversorgung beitragen kann: "Für uns als Jugendamt ist das ein absoluter Glücksfall und ein Gewinn auf allen Ebenen. Dass wir mit dem Campus die Möglichkeit haben, qualifizierte Fachkräfte direkt vor Ort in der Region akademisch weiterzubilden, zeigt, wie wertvoll dieses Studienangebot für unseren Landkreis ist."
Besonders erfreulich sei der nahtlose Übergang von der Ausbildung zur Erzieherin über die Werkstudententätigkeit bis hin zur Festanstellung als Fachkraft beim Landratsamt. "Für die Kollegin persönlich ist dieser Schritt eine fantastische Entwicklung. Als Arbeitgeber freuen wir uns über diesen nahtlosen Übergang – und vor allem profitieren die Familien bei uns im Landkreis", so Ettinger.
Bei KoKi – Netzwerk frühe Kindheit unterstützt Zabelt Familien möglichst frühzeitig und begleitet sie, wenn im Alltag mit kleinen Kindern besondere Herausforderungen auftreten. Ihre pädagogischen Erfahrungen und das psychologische Fachwissen ergänzen sich dabei unmittelbar. "Durch diese fundierte Qualifikation können wir im Bereich der Frühen Hilfen und KoKi weiterhin Familien frühzeitig unterstützen und ihnen eine gute Begleitung anbieten", erklärt Ettinger.
Für Zabelt ist der Bachelorabschluss zugleich ein weiterer Schritt in ihrer beruflichen Entwicklung: "Meine pädagogischen Erfahrungen und die Inhalte aus dem Psychologiestudium ergänzen sich dabei sehr gut. Gerade in der Arbeit mit Familien finde ich es wichtig, das eigene Wissen kontinuierlich weiterzuentwickeln." Anfang 2027 möchte sie deshalb berufsbegleitend ein Masterstudium im Bereich Psychologie beginnen. Ihr Weg steht beispielhaft dafür, wie akademische Bildung und regionale Berufspraxis voneinander profitieren können. Der Campus Mühldorf am Inn eröffnet Menschen die Möglichkeit, sich weiterzuqualifizieren, ohne dafür ihre Heimatregion verlassen zu müssen. Gleichzeitig können Arbeitgeber vor Ort qualifizierten Nachwuchs gewinnen, der die Anforderungen und Lebensrealitäten in der Region kennt. Gerade in sozialen und psychologischen Berufsfeldern ist diese Verbindung von besonderer Bedeutung. Davon profitieren letztlich auch die Familien im Landkreis, die auf eine verlässliche und fachlich fundierte Unterstützung angewiesen sind.

