Wie viel Strom wird im Landkreis Mühldorf a. Inn aktuell erzeugt? Und wie hoch ist dabei der Anteil aus erneuerbaren Energien wie PV, Biomasse oder Wasserkraft? Mit dem EnergieMonitor hat der Landkreis Mühldorf a. Inn die regionale Stromerzeugung sowie den regionalen Stromverbrauch jetzt viertelstundenscharf im Blick. "Mit dem digitalen und smarten Dashboard möchten wir einen Beitrag zum Energiemonitoring für unsere Region leisten, gleichzeitig wird die Stromerzeugung und -versorgung visuell greifbar", so Landrat Max Heimerl über das neue Tool.
Neue Erzeugungsanlagen werden wöchentlich aktualisiert. Wenn bei Verbrauchern eine registrierende Leistungsmessung (RLM) vorliegt, werden die Daten auf Basis der Vortageswerte und einer kommunenspezifischen Wettervorhersage errechnet. Da flächendeckend noch keine SmartMeter eingebaut sind, werden weitere Daten anhand von Standard-Lastprofilen, die durch die breite Netzabdeckung von bayernwerk gesammelt wurden, berechnet. Neben bayernwerk haben ebenfalls die weiteren Netzbetreiber im Landkreis Mühldorf a. Inn (BAUER Netz, Kommunale Energienetze Inn-Salzach, Stadtwerke Waldkraiburg und Westenthanner Energieversorgung) ihre Daten zur Einbindung in das Dashboard zur Verfügung gestellt. Der EnergieMonitor basiert auf einer sogenannten Machine-Learning-Technologie. Hierfür werden laut Bayernwerk neueste Prognose-Modelle genutzt, die neben eingespeisten Energiedaten aktuelle Wetter-Parameter berücksichtigen. Auf dieser Grundlage werden der tatsächliche Verbrauch bei Großkunden bzw. der Verbrauch aus Standard-Lastprofilen, von zum Beispiel Haushalten, sowie die Erzeugungsdaten berechnet und angezeigt.
Die derzeit sehr gefragten Balkonkraftwerke sind nach aktueller Gesetzeslage nicht dem Netzbetreiber, sondern nur im Marktstammdatenregister, zu melden. Daher werden Balkonkraftwerke im EnergieMonitor nicht separat berücksichtigt, jedoch sind diese indirekt über den gesunkenen Verbrauch der Haushalte enthalten.
Wird regional erzeugter Strom nicht vor Ort verbraucht, fließt der Überschuss in das überregionale Netz (Netzeinspeisung). Umgekehrt wird Strom aus dem Netz bezogen (Netzbezug), wenn der Bedarf die regionale Erzeugung übersteigt. Die Entwicklung von Netzeinspeisung und Netzbezug an verschiedenen Tagen und Monaten ist als Netzbilanz ebenfalls im EnergieMonitor enthalten.
Die Betrachter sehen auf einen Blick, wie hoch der Grad der Eigenversorgung ist, Vergleichswerte aus anderen Tagen oder Monaten ermöglichen Rückschlüsse, wie sich die Energieversorgung im Landkreis entwickelt.
Der Landkreis Mühldorf a. Inn ist bereits auf einem guten Weg. Zu bestimmten Zeiten übersteigt die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bereits den Stromverbrauch. Doch die Bilanz an der Landkreisgrenze zu beenden wäre zu kurz gedacht. Die Energiewende geht nahtlos in andere Regionen über und mit weiteren Wirtschaftsstandorten, z.B. im Chemiedreck, wird der weitere Bedarf an regenerativer Stromerzeugung vor Ort sichtbar. "Durch einen konsequenten weiteren Ausbau erneuerbarer Energien wird die Versorgungssicherheit überregional gestärkt. Hier ist neben dem Netzausbau auch die Nutzung von Energiespeichern ein weiterer Baustein zur sicheren Versorgung vor Ort und optimaler Nutzung der Netzinfrastruktur", so Klimaschutzmanager Christoph Mayerhofer.
Die neue ansprechende Plattform des EnergieMonitors ergänzt – neben dem Solarpotenzialkataster – die digitalen Angebote des Landkreises Mühldorf a. Inn im Energiebereich. Zu finden ist der EnergieMonitor über die Homepage des Landratsamtes (www.lra-mue.de).

