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Konstruktiver Austausch zu Bahnthemen im Landratsamt Mühldorf a. Inn

Vertreter von Bahn und Politik einig: ABS 38 hat weiterhin oberste Priorität

Landrat Heimerl: "Aufregung der letzten Tage überflüssig." 
MdB Mayer: "Wo Baurecht besteht, da wird auch gebaut."

 

Auf Einladung von Landrat Max Heimerl kam der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Bayern, Heiko Büttner, zum Antrittsbesuch in den Landkreis Mühldorf. Heiko Büttner ist seit 2024 Nachfolger von Klaus-Dieter Josel, der im Landkreis Mühldorf a. Inn beheimatet ist. Zusammen mit dem Gesamtleiter der ABS 38 Alexander Pawlik, den Geschäftsleitern der Südostbayernbahn Matthias Krause und Valentin Sedlmeier, MdB Stephan Mayer, MdL Sascha Schnürer und den Bürgermeistern Josef Grundner aus Ampfing, Antonia Hansmeier aus Heldenstein sowie Roland Kamhuber aus Schwindegg diskutierten sie über aktuelle Bahnthemen, die den Landkreis Mühldorf betreffen.

 

Eingangs stellte Landrat Max Heimerl den Landkreis Mühldorf vor. Der Landkreis Mühldorf ist eine der am stärksten wachsenden Regionen in Deutschland. Nach den Prognosen des Bayerischen Landesamtes für Statistik werde dem Landkreis Mühldorf bis 2043 ein Bevölkerungswachstum von knapp 10 Prozent vorausgesetzt. Damit einher gehen Herausforderungen unter anderem für Wohnen, Arbeit aber auch Mobilität. "Wir leben in einer 'Boomregion', was zur Folge hat, dass auch die Infrastruktur mitwachsen muss. Der zu erwartende Zuzug bedeutet auch finanzielle und planerische Herausforderungen für die Bahn", so der Landrat. In diesem Zusammenhang betonte er insbesondere die Bedeutung des Ausbaus der ABS 38 auch im Hinblick auf den Güterverkehr für das Chemiedreieck. Die Elektrifizierung der Strecke Mühldorf-Simbach und der Erdinger Ringschluss mit der Walpertskirchner Spange für eine schnellere Anbindung des südostbayerischen Raumes an den Flughafen seien ebenso wichtig. Anschließend gab der Gesamtleiter der ABS 38 Alexander Pawlik einen aktuellen Projektüberblick über den Ausbau dieser Strecke. Presseberichte über eine angeblich nicht gesicherte Finanzierung hatten im Vorfeld für Verunsicherung gesorgt. 

 

Nach Information von Alexander Pawlik befindet sich das Gesamtvorhaben ABS 38 im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans und hat folglich hohe Priorität. Erst kürzlich bestätigte das Bundesministerium für Verkehr (BMV) die gesamtwirtschaftliche Rentabilität des Projektes mit einem sehr hohen Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von 2,7. Außerdem ist die ABS 38 im Umsetzungsszenario des Bundesgutachters für den Deutschlandtakt 2035 enthalten.Von 16 Planfeststellungsabschnitten (PFA) durchliefen derzeit dreizehn PFAs das Planfeststellungsverfahren, darunter auch der für die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit des Verkehrs sehr wichtige Planfeststellungsabschnitt 1.4 zwischen Dorfen und Thann-Matzbach. Die drei noch ausstehenden Planfeststellungsabschnitte würden innerhalb dieses Jahres an das Eisenbahn-Bundesamt übergeben. Nach heutigem Stand sei der PFA 1.4 der erste Planfeststellungsabschnitt der ABS 38, für den das Eisenbahn‑Bundesamt den Planfeststellungsbeschluss erlässt. Dies sei nach derzeitigem Kenntnisstand im ersten Halbjahr 2026 zu erwarten. Voraussetzung für den Baubeginn seien ein rechtskräftiger Planfeststellungsbeschluss sowie eine abgeschlossene Finanzierungsvereinbarung. Letztere werde zwischen der Bahn und dem Bund abgeschlossen, wenn Streckenabschnitte baureif werden oder sind. 

 

Landrat Max Heimerl erklärt: "Eine vollständige Finanzierung aller laufenden Projektplanungen im Bundeshaushalt war und ist unrealistisch. Deshalb ist es absolut normal, wenn erst in den kommenden Monaten die Finanzierungsvereinbarung für den Abschnitt von Dorfen bis Thann-Matzbach abgeschlossen wird. Die angeblichen Schreckensmeldungen der letzten Wochen sind konstruiert und die Aufregung überflüssig." 

 

Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer ergänzt: "Wir können uns auf das Wort unseres Bundeskanzlers verlassen. Wo Baurecht besteht, da wird auch gebaut. Die Bürger und die Wirtschaft erwarten vollkommen zu Recht, dass unsere enorm wichtige Ausbaustrecke so schnell wie möglich gebaut wird, zumal der Bund aufgrund des Sondervermögens so viel Mittel zur Verfügung hat wie noch nie zuvor."     Die Vertreter der Bahn stellten fest, dass sie sich der großen Bedeutung der ABS 38 für das gesamte Schienennetz von München bis nach Südostbayern bewusst seien und an dem Zeithorizont mit einer Inbetriebnahme in den 2030er Jahren festhalten. Entscheidend für den weiteren Fortschritt sei der Erhalt des ersten Baurechts und das Zusammenspiel aller Beteiligten. Die anwesenden Bürgermeister hatten darüber hinaus Gelegenheit, die Herausforderungen des Bahnausbaus für ihre Gemeinden zur Sprache zu bringen. Eine weiterhin enge Abstimmung wurde vereinbart.  

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Bildunterschrift: Konstruktiver Austausch zu Bahnthemen im Landratsamt Mühldorf a. Inn (von links): Ampfings Bürgermeister Josef Grundner, Gesamtleiter der ABS 38 Alexander Pawlik, Heldensteins Bürgermeisterin Antonia Hansmeier, SOB-Geschäftsleiter Matthias Krause, Schwindeggs Bürgermeister Roland Kamhuber, der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn AG für den Freistaat Bayern Heiko Büttner, Landrat Max heimerl, MdL Sascha Schnürer, MdB Stephan Mayer sowie der ehemalige Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel.