In der letzten Sitzung vor der anstehenden Kommunalwahl hat der Kreistag am 13. Februar einen Schlusspunkt unter die laufende Wahlperiode gesetzt. Landrat Max Heimerl nutzte die Gelegenheit, um zentrale Themen und richtungsweisende Beschlüsse der vergangenen sechs Jahre in Erinnerung zu rufen – und dankte den Kreisrätinnen und Kreisräten für die konstruktive Zusammenarbeit.
Als prägendste Phase bezeichnete Heimerl die Corona-Pandemie mit ihren vielfältigen Herausforderungen. Innerhalb kurzer Zeit habe der Landkreis die notwendigen Strukturen aufgebaut, darunter ein Test- und Impfzentrum sowie ein Team zur Kontaktnachverfolgung. „Das war eine enorme Kraftanstrengung für die gesamte Verwaltung“, so der Landrat rückblickend.
Auch auf die Folgen der Ukraine-Krise habe der Landkreis rasch reagieren müssen, insbesondere bei der Unterbringung von Geflüchteten. Zudem gehörte der Landkreis Mühldorf a. Inn nach den Pilotkommunen zu den ersten Landkreisen in Bayern, die das Bezahlkartensystem für Asylbewerber eingeführt haben.
Einen besonderen Schwerpunkt der Wahlperiode sieht Heimerl im Bereich Bildung. „Die Beschlüsse für Schulen und Bildung, die der Mühldorfer Kreistag in dieser Wahlperiode sowie in den Jahren zuvor auf den Weg gebracht hat, sind zukunftsweisend und werden unsere Bildungsregion noch Jahrzehnte prägen“, betonte er. Als größtes Einzelprojekt wurde 2021 der Neubau des Sonderpädagogischen Förderzentrums Aschau/Waldwinkel angestoßen. 2023/24 konnte der Neubau des Gymnasiums Gars fertiggestellt werden. Auch die Erweiterungsbauten der Gymnasien in Mühldorf und Waldkraiburg wurden termingerecht zum Schuljahr 2025/26 abgeschlossen. Positiv entwickelt habe sich zudem der Campus Mühldorf, der inzwischen über eine eigene Mensa verfügt. Im September 2024 nahm außerdem das Zentrum für Kreislaufwirtschaft und Recycling in Waldkraiburg seine Arbeit auf.
Darüber hinaus traf der Kreistag zahlreiche weitere richtungsweisende Entscheidungen: 2022 stimmte das Gremium dem Förderprogramm „Bildungskommune“ zu, 2023 folgte die Einrichtung eines Kulturfördertopfes. Zur Stärkung der Familien erhielten die Familienstützpunkte höhere Zuschüsse.
Wegweisend waren nach Einschätzung des Landrats auch die Beschlüsse zum Aufbau eines Regionalmanagements, zur Fortführung der Öko-Modellregion Mühldorfer Land in der Trägerschaft des Landkreises sowie zum Beitritt zum Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) zum 1. Januar 2026. Zudem übernahm der Landkreis das „Mühldorfer Netz“ als Netzwerk für regionale Entwicklung und beschloss die Eingliederung der Freiwilligenagentur.
Im Jahr 2025 wurde außerdem das Landkreiswerk gegründet, um die Energiewende aktiv zu gestalten. Positiv bewertete der Landrat auch die Entwicklung am InnKlinikum: Die eingeleiteten Umstrukturierungen zeigten Wirkung, das Defizit habe weiter gesenkt werden können, die Fallzahlen steigen.
Abschließend unterstrich der Landrat die Bedeutung eines vertrauensvollen Miteinanders im Kreistag. „Mein Ziel war es immer, das Gremium frühzeitig einzubinden und maximale Transparenz zu schaffen“, sagte Heimerl. Die gute Zusammenarbeit habe faire und sachliche Diskussionen ermöglicht. „Selbstbewusst können wir behaupten: Wir sind hier Vorbild, was eine gute und konstruktive Zusammenarbeit betrifft.“ Für dieses Engagement sprach er allen Mitgliedern des Kreistags seinen Dank aus.

