Die Jahresabschlüsse 2024 und 2025, der Halbjahresbericht zum Haushalt 2026 sowie die Fortführung des 365-Euro-Tickets und die weitere Besetzung des Ausschusses für Jugendhilfe, Bildung und soziale Netzwerke waren Themen der Sitzung des Kreistags am 17. Juli 2026.
Feststellung des Jahresabschlusses 2024 des Landkreises Mühldorf a. Inn
Der Kreistag des Landkreises Mühldorf hat den Jahresabschluss 2024 einstimmig festgestellt. Zuvor war dieser vom Rechnungsprüfungsausschuss im Rahmen der örtlichen Rechnungsprüfung umfassend geprüft worden.
Nach dem Ergebnis der Prüfung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorgaben und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Landkreises. Auch der Rechenschaftsbericht einschließlich des Lageberichts steht nach Einschätzung des Rechnungsprüfungsausschusses im Einklang mit der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und stellt die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar.
Kämmerer Markus Heiml erläuterte in der Sitzung, dass sich bei der Prüfung keine wesentlichen Beanstandungen ergeben hätten. Sämtliche Bestandteile der Rechnungslegung konnten mit der erforderlichen Sicherheit geprüft werden. Zudem seien die geltenden gesetzlichen Vorgaben sowie die örtlichen Regelungen eingehalten worden. Mit dem einstimmigen Beschluss stellte der Kreistag den Jahresabschluss gemäß Artikel 88 der Landkreisordnung offiziell fest.
Jahresabschluss 2025
Nach der Vorberatung des Themas im Kreis- und Finanzausschuss haben die Mitglieder des Kreistags einstimmig beschlossen, den Jahresfehlbetrag des Haushaltsjahres 2025 in Höhe von rund 360.000 Euro mit der Ergebnisrücklage zu verrechnen. Das Jahresergebnis fiel damit deutlich besser aus als ursprünglich erwartet. Im Ergebnishaushalt war noch ein Defizit von rund 3,1 Millionen Euro eingeplant, sodass sich eine Verbesserung um rund 2,7 Millionen Euro ergab.
Landrat Max Heimerl führte dieses Ergebnis vor allem auf konsequente Sparmaßnahmen zurück. So lagen die Personalaufwendungen unter anderem durch nicht oder verzögert wiederbesetzte Stellen um rund 800.000 Euro unter den Planungen. Hinzu kamen Einsparungen in allen Fachbereichen und Stabsstellen in Höhe von rund zwei Millionen Euro.
Trotz der angespannten Haushaltslage investierte der Landkreis im Jahr 2025 rund 17,2 Millionen Euro. Schwerpunkte waren die Erweiterungen der Gymnasien in Mühldorf und Waldkraiburg, der Ersatzneubau des Sonderpädagogischen Förderzentrums Waldwinkel/Aschau, Straßenbaumaßnahmen sowie Investitionszuschüsse für das Innklinikum. Finanziert wurden die Investitionen vor allem durch Fördermittel des Freistaats, vorhandene Liquiditätsreserven und eine Kreditaufnahme von zwei Millionen Euro.
Positiv entwickelte sich auch der Defizitausgleich für das Innklinikum. Dieser sank von 14,3 Millionen Euro im Vorjahr auf rund 11,5 Millionen Euro und lag damit unter dem Haushaltsansatz. Gleichzeitig konnte der Landkreis seine Verschuldung um rund 2,9 Millionen Euro auf etwa 44,9 Millionen Euro reduzieren. Im Vergleich zum Tiefststand des Jahres 2022 liegt der Schuldenstand aufgrund der finanziellen Belastungen der vergangenen Krisenjahre jedoch weiterhin deutlich höher.
Halbjahresbericht 2026
Beim Blick auf den Halbjahresbericht 2026 geht die Finanzverwaltung derzeit davon aus, dass der für 2026 geplante Fehlbetrag von rund 1,3 Millionen Euro mindestens gehalten werden kann. "Wir sind im Soll. Treten bestimme Faktoren ein, könnte der Fehlbetrag auch geringer ausfallen", machte Landrat Max Heimerl deutlich. Dafür sprechen unter anderem die sich abzeichnenden geringeren Personal- und Sachaufwendungen. Das derzeit noch eingehaltene Zuschussbudgetim Jugendamt sei aufgrund der sehr dynamischen Lage allerdings noch schwer einschätzbar.
Fortführung 365-Euro-Ticket
Der Kreistag des Landkreises Mühldorf hat die Fortführung des 365-Euro-Tickets für Schülerinnen, Schüler und Auszubildende einstimmig beschlossen. Landrat Max Heimerl wurde ermächtigt, die dafür notwendige Allgemeinverfügung zu unterzeichnen. Gleichzeitig wird die Kreisverwaltung beauftragt, die erforderlichen Haushaltsmittel ab dem Jahr 2027 sowie für die folgenden Jahre einzuplanen.
Der Landkreis Mühldorf ist zum 1. Januar 2026 dem Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) beigetreten. Mit dem Beitritt wurde der MVV-Gemeinschaftstarif eingeführt, zu dem auch das verbundweit gültige 365-Euro-Ticket gehört. Es richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Auszubildende sowie weitere berechtigte Personengruppen mit Wohn-, Schul- oder Ausbildungsort im MVV-Gebiet.
Ziel des vergünstigten Jahrestickets ist es, junge Menschen frühzeitig für den öffentlichen Personennahverkehr zu gewinnen und gleichzeitig den motorisierten Individualverkehr sowie die damit verbundenen Umweltbelastungen zu reduzieren.
Hintergrund des aktuellen Beschlusses ist die Verlängerung des 365-Euro-Tickets durch den Freistaat Bayern bis zum Sommer 2027. Auch die Gesellschafterversammlung des MVV hat die Fortführung des Angebots beschlossen. Damit die Verkehrsunternehmen weiterhin Ausgleichszahlungen erhalten können, muss der Landkreis bis zum 1. August 2026 eine neue Allgemeinverfügung erlassen. "Die finanzielle Belastung für den Landkreis Mühldorf wird weiterhin auf rund 450.000 Euro pro Jahr geschätzt. Unser Vorteil ist allerdings, dass wir uns mit dem 365-Euro-Ticket im Bereich der Schülerbeförderung 885.000 Euro im Vergleich zum Deutschlandticket sparen", sagte Landrat Max Heimerl.
Weitere Besetzung des Ausschusses für Jugendhilfe, Bildung und soziale Netzwerke
Der Kreistag des Landkreises Mühldorf a. Inn hat die weitere Besetzung des Ausschusses für Jugendhilfe, Bildung und Soziale Netzwerke beschlossen. Neben den bereits in der Sitzung vom 8. Mai 2026 bestellten vier Mitgliedern des Kreistags sowie vier in der Jugendhilfe erfahrenen Personen gehören dem Gremium auch sechs Vertreterinnen und Vertreter der anerkannten Träger der freien Jugendhilfe als stimmberechtigte Mitglieder an.
Der Kreistag stimmte der vorgeschlagenen Besetzung einstimmig zu. Als stimmberechtigte Mitglieder wurden Mathias Kunz (Diakonie Traunstein), Alexandra Bohn (Caritas), Andreas Harr (Don Bosco), Sebastian Grill (SopHi), Alexandra Nettelnstroth (AWO) sowie Veronika Mück (Kreisjugendring) bestellt.
Ebenfalls einstimmig wurden die beratenden Mitglieder des Ausschusses sowie deren Stellvertretungen bestellt. Diese werden von den jeweils zuständigen Stellen benannt. Dem Ausschuss gehören damit künftig Matthias Ettinger, Florian Otten und Michael Steingasser als Vertreter der Verwaltung des Jugendamtes, Stephen Kroner als Jugend-, Familien- oder Vormundschaftsrichter, Rüdiger Braun als Vertreter der Schulverwaltung, Jasmin Wagenbauer für die Agentur für Arbeit, Julia Kühner als Fachkraft der Erziehungsberatung, Raphaela Kurtz als Vertreterin der Polizei, Marion Rasovic für den Kreisjugendring, Tanja Kröninger für die katholische Kirche sowie Fred Keilhauer für die evangelische Kirche an.
Mit der Bestellung der stimmberechtigten und beratenden Mitglieder ist der Ausschuss für Jugendhilfe, Bildung und Soziale Netzwerke für die aktuelle Wahlperiode vollständig besetzt. Das Gremium befasst sich unter anderem mit Fragen der Kinder- und Jugendhilfe, der Bildungsentwicklung sowie der sozialen Netzwerke im Landkreis.

