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Landkreis aktuell: Sitzung des Kreis- und Finanzausschusses am 13.07.2026

Die finanzielle Situation des Landkreises stand auf der Tagesordnung des Kreis- und Finanzausschusses

Die finanzielle Situation des Landkreises stand auf der Tagesordnung des Kreis- und Finanzausschusses am 13. Juli. Neben dem Jahresabschluss 2025 legte Kämmerer Markus Heiml auch den Halbjahresbericht 2026 vor.

 

Jahresabschluss 2025

Der Jahresabschluss 2025 weist in der Ergebnisrechnung einen Jahresfehlbetrag von rd. 360.000 Euro aus und schließt damit rd. 2,7 Millionen Euro besser als der im Ergebnishaushalt geplante Jahresfehlbetrag in Höhe von rd. 3,1 Millionen Euro. "Dass die Zahlen besser sind als geplant, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Haushaltsausgleich 2025 nur unter Berücksichtigung der heranziehbaren Ergebnisrücklagen erreicht wurde. Die Finanzsituation des Landkreises ist weiterhin angespannt", sagte Landrat Max Heimerl.

Das negative Jahresergebnis von rd. 360.000 Euro wird in der Schlussbilanz beim Eigenkapital unter der Position Jahresfehlbetrag ausgewiesen und nach Feststellung des Jahresabschlusses – also nach erfolgter örtlicher Rechnungsprüfung – mit der Ergebnisrücklage verrechnet. Diesem Vorschlag stimmten die Mitglieder des Finanz- und Kreisausschusses jeweils einstimmig zu. Den finalen Beschluss fällt der Kreistag in seiner Sitzung am 17.07.2026.

Der geringere Jahresfehlbetrag als geplant ist auch das Ergebnis anhaltend konsequenter Einsparungen. Einen großen Anteil am besseren Jahresergebnis tragen geringere Personalaufwendungen (inkl. Rückstellungen) auch durch nicht oder spätere Wiederbesetzung von Planstellen in Höhe von rd. 0,8 Millionen Euro bei. Zudem haben Sparmaßnahmen in allen Fachbereichen und Stabstellen gegriffen und für Minderausgaben in Höhe von rd. 2,0 Millionen Euro gesorgt. "Das geht leider nur zu Lasten des laufenden Verwaltungsbetriebs sowie dem Unterhalt der kreiseigenen Infrastruktur", machte Landrat Max Heimerl deutlich. Die Folge: "Wir müssen uns gut überlegen, was sich an geplanten Maßnahmen hinausschieben lässt und was nicht mehr verantwortbar ist." 

Auch der Defizitausgleich 2025 an das Innklinikum ist mit rd. 11,5 Millionen Euro rückläufig (2024: 14,3 Mio. Euro u. 2023: 16,7 Mio. Euro) und rd. 0,6 Millionen € unter dem Plan geblieben.

In der für die Finanzierung der Investitionen maßgeblichen Finanzrechnung (nach Abzug der Tilgungen für Investitionskredite) konnte wieder nur ein geringer Anteil Eigenmittel erwirtschaftet werden (rd. 2,0 Millionen Euro). Allein für die großen Baumaßnahmen, wie dem Ersatzneubau SFZ Waldwinkel/Aschau (Bauausgaben 3,7 Mio. Euro), die G9-Erweiterung Gymnasium Waldkraiburg (Bauausgaben 2,4 Mio. Euro) und G9-Erweiterung Gymnasium Mühldorf/Inn (Bauausgaben 1,9 Mio. Euro) wurden insgesamt rd. 8,0 Mio. Euro ausgegeben. Für investive Straßenbaumaßnahmen – insbesondere MÜ 11 Ersatzneubau Hirschbachbrücke und MÜ 22 Vollausbau bei Annabrunn – wurden insgesamt 1,6 Mio. Euro ausbezahlt. Der Investitionskostenzuschuss an das Innklinikum für den Pflegeneubau schlug mit rd. 3,3 Mio. Euro zu Buche.

Die Investitionen des Landkreises in Höhe von rund 17,2 Millionen Euro wurden im Wesentlichen über Investitionszuwendungen des Freistaats, insbesondere der  Hochbauförderung für die Schulbaumaßnahmen (6,6 Mio. Millionen Euro) und dem Abbau vorhandener Liquiditätsreserven mit 5,8 Mio. Euro (resultierend noch aus der hohen Kreditaufnahme zum Ende des Jahres 2024) finanziert. Zudem erfolgte eine Kreditaufnahme in Höhe von 2,0 Millionen Euro und Kredittilgungen in Höhe von 4,9 Millionen Euro. 

Der Schuldenstand konnte um 2,9 Mio. € auf rund 44,9 Millionen Euro reduziert werden. In der Gesamtschau der Krisenjahre 2023 bis 2025 stieg die Verschuldung allerdings um insgesamt rund 7,4 Mio. Millionen Euro gegenüber dem Tiefststand aus dem Jahre 2022 in Höhe von rund 37,5 Millionen Euro. Die Verschuldung zum 31.12.2025 sank inklusive der Altschulden des Innklinikums, die den Landkreishaushalt mit jährlich 1,1 Mio. € belasten, auf rund 51,5 Millionen Euro. 

Landrat Max Heimerl fasst es so zusammen: "Die dauernde Leistungsfähigkeit als zentrales Genehmigungskriterium für einen Haushalt wurde zwar wieder erreicht und die Tilgungen für die Investitionskredite wurden erwirtschaftet. Aber die Investitionsfähigkeit für notwendige neue Bauvorhaben ist nicht gegeben, solange der Bund die kommunalen Aufgabenbelastungen insbesondere im Sozial- u. Gesundheitsbereich nicht deutlich reduziert und gleichzeitig die Steuerbeteiligung der Kommunen erheblich aufstockt." 

 

Halbjahresbericht 2026

Beim Blick auf den Halbjahresbericht 2026 geht die Finanzverwaltung derzeit davon aus, dass der für 2026 geplante Fehlbetrag von rund 1,3 Millionen Euro mindestens gehalten werden kann. "Treten bestimme Prognosen ein, könnte der Fehlbetrag auch geringer ausfallen", machte Kämmerer Markus Heiml deutlich. Dafür sprechen unter anderem die sich abzeichnenden geringeren Personal- und Sachaufwendungen. Das derzeit noch eingehaltene Zuschussbudgetim Jugendamt sei aufgrund der sehr dynamischen Lage allerdings noch schwer einschätzbar. 

"Unsere finanzpolitischen Leitlinien bleiben: sparen, stabilisieren und strategisch investieren", sagte Landrat Max Heimerl. Bereits im Vorgriff wurde erneut eine Haushaltssperre verfügt, um eine sparsame Haushaltsführung über alle Budgets hinweg zu gewährleisten.

 

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Symbolbild Ausschuss